Wöhrseebad Burghausen

Geschichte

Das Wöhrseebecken ist Teil des früheren Flußbettes der Salzach. Als dieses sich ihr heutiges Bett grub, blieb nur ein kleiner Bach zurück, der St. Johannser Mühlbach. Dieser wurde vermutlich im Mittelalter aufgestaut, zum besseren Schutz vor Feinden. Er diente aber nicht nur zu Verteidigungszwecken, sondern wurde auch als Fischwasser genutzt.

1332 wird ein Gewässer namens "Wur" - durch ein Wehr angestautes (Fisch-) Wasser - urkundlich erwähnt, später auch "Wühr" oder "Wöhr" genannt. Etwa ab 1800 wird der Ausdruck "Wöhrsee" gebräuchlich, obwohl der Begriff eigentlich missverständlich ist, da Wöhr bereits "See" bedeutet.

 

Um eventuelle Angreifer besser erkennen und abwehren zu können, wurden die Burghänge von Bäumen freigehalten. Die stadtseitigen Hänge nutzte man als "Kräuter- und Wurzgärten", die wöhrseeseitigen Hänge zur Schaf- und Ziegenhaltung. Auf den südlichen Hängen wurde während der "mittelalterlichen Warmzeit", als das Klima zeitweise um bis zu 2 °C wärmer war als heute, Wein angebaut.

 

Erst im letzten Jahrhundert, als die Hänge keine Verteidigungsform mehr hatten und auch keine landwirtschaftliche Nutzung mehr stattfand, konnte sich langsam wieder Wald an den Wöhrseehängen ansiedeln.

 

Ab dem 19. Jahrhundert diente der Wöhrsee der Burghauser Garnison als Militärschwimmschule, die später auch von Burghauser Bürgern genutzt werden durfte.

 

Als die Garnison 1891 Burghausen verließ, fiel der See in Privatbesitz, bis ihn die Stadt 1901 für 34.000 Goldmark erwarb.

 

Zuerst gab es getrennte Badeanstalten für Frauen und Männer sowie für Nonnen und Mönche. 1934/35 wurde das heute noch bestehende Wöhrsee-Familienbad eröffnet.


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